Siedlungen und Infrastruktur

Der Ort Kaudorf ...

  • ... besteht auf ungefähr 35.000 m² aus 19 Höfen (15 zweistöckige und 4 einstöckige Häuser).
  • ... hat die typisch fränkischen im 45° Winkel gebauten Hausdächer.
  • ... mit Häusern, die senkrecht und waagrecht entlang der Straße gebaut sind, vor allem von Ost nach West, so dass die längere Seite der Häuser zum Süden zeigt.
  • ... besitzt ein Ortsbild, das
    • aus einem geschlossenen Dorf mit kleinen Ausuferungen entlang von Seitenstraßen gebildet wird.
    • entscheidend aus zum Beispiel Bäumen in den Anwesen, freilaufenden Tiere, Denkmälern, Silos, Gärten, kleineren Wege usw. geprägt ist.
Dorfmitte

Genese des Orts

Kaudorf`s ...

  • ... ältestes Haus ist das ehemalige bis 1976 betriebene Wirtshaus in der Dorfmitte.
  • ... ursprünglicher Kern entspricht somit der heutigen Ortsmitte.
  • ... heute als Jugendtreff genutzte “Haisla”, das sich eher am Dorfrand befindet und früher als sogenanntes Armenhaus als Notunterkunft diente, gibt einen weiteren Hinweis auf die Genese des Orts.
Das Haisla

Zur Genese der Häuser an sich ist zu sagen,...

  • ... dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch alle Häuser einstöckig waren und
  • ... dass erst zwischen den zwei Weltkriegen man vermehrt begonnen hat die Häuser aufzustocken oder neu zu bauen.
  • ... dass man früher auch die Ställe vorwiegend an die Häuser direkt anbaute, während die neuen Stallbauten aus den 60er und 70er Jahren größere Flächen im Hofbereich beanspruchten.
  • ... dass wie überall in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe abgenommen haben.
    • So gaben bereits in den 80er Jahren drei Landwirte ihren Bauernhof auf und
    • noch einmal mindestens so viele folgten in den 90er Jahren.
    • Die Folge sind leerstehende und teilweise ausgebaute, sowie zum Beispiel als Autogarage umfunktionierte Ställe und Scheunen.
Zum Teil umfunktionierte Gebäude

Von einer exakten funktionalen Gliederung kann man wohl in einen landwirtschaftlich geprägten Dorf wie Kaudorf kaum sprechen. Jedoch lassen sich gewisse Gliederungsansätze durchaus finden:

  • ... So ist die Dorfmitte ausgestattet
    • mit dem ehemaligen Wirtshaus,
    • mit der Milchrampe,
    • mit dem Bushäuschen,
    • mit dem Postkasten,
    • mit einem schwarzen Brett,
    • mit einem Glaskasten für amtliche Bekanntmachungen und
    • zur Weihnachtszeit mit dem Christbaum
    durchaus als Dorfzentrum zu erkennen.
  • Das Richtung Nordwesten an einer Seitenstraße befindliche ehemalige Armenhaus wurde wohl lieber am Ortsrand hin gebaut.
  • Gegenüber diesen steht das kleine “Putzhäuschen”, in dem vor allem zu früheren Zeiten das Saatgut gesäubert wurde.
  • Davor und somit in der Nähe der zwei Weiher hat die 1905 gegründete Freiwillige Feuerwehr Kaudorf ihr Feuerwehrhaus.
Dorfweiher

In Kaudorf gibt es weder Gewerbe noch Industrie.

Verkehrsnetz

Kaudorf ...

Als eine weitere infrastrukturelle Einrichtung ist die Hochspannungsleitung im Süden von Kaudorf zu sehen: Sie führt mitten durch die Kaudorfer Flur parallel zu einer ehemals wichtigen Straße, der sogenannten “Weinstraße”,

Landwirtschaft

Die starke landwirtschaftliche Prägung des Landkreises Ansbach mit 61,3% Anteil Landwirtschaftsfläche an der Gebietsfläche spiegelt sich auch im Gebiet um Kaudorf wieder:

  • Vorweg zu erwähnen ist, dass eine Neueinteilung der Fluren in einen ersten Flurbereinigungsverfahren 1954 bis 1958 stattgefunden hat.
    • Man ordnete damals in einer Zusammenlegung die Felder (mit Hilfe von vier radial um das Dorf verlaufende Gewannen) die Flur neu an.
    • Es wurde darauf Wert gelegt, dass die Flurstücke gerecht in den Gewannen, angepasst an die Verhältnisse davor, verteilt wurden.
  • Mit Beginn des Jahres 1996 läuft ein neues Flurbereinigungsverfahren der Gemarkung Kaudorf, das 2002 abgeschlossen wurde.
  • Das “Walderholz” im Südwesten von Kaudorf gibt Hinweise auf das angrenzende größere Waldstück und das “Gänsfeld” im Westen auf den daneben befindlichen Weihern mit den ehemaligen Gänsen und ihrem Gänsehirten.
  • Das im Osten befindliche “Fällein” und “Berglein”, der im Südosten gelegene “Hub” und die im Südwesten als “Tieffeld” bezeichnete Flur kennzeichnen das Relief nach.
  • Auch die Namen “Bettelmann” “Schaffeld”, “Furstenfeld”, “Stadlinger”, “Point”, “Geigelfeld”, “Burger” und “Forra” wurden bestimmt nicht wahllos so genannt.
  • In Kaudorf gibt es noch dwei Vollerwerbsbetriebe, drei Nebenerwerbsbetriebe, sowie ein paar viehlos wirtschaftende Höfe. Die Höfe haben vorwiegend Milchkuhhaltung.
  • Was die Waldflächen anbelangt,
    • so findet man große zusammenhängende Waldstücke nur in Richtung Thann, alle anderen Wälder sind nicht größer als 10 ha.
    • so wachsen hauptsächlich Fichten und Föhren und zunehmend wird das Anpflanzen von Laubbäumen gefördert.
    • so lassen die kleinen Waldgrößen darauf schließen, dass das Holz privatwirtschaftlich zum Bauen und zur Energiegewinnung verwendet, sowie an die umliegenden Sägewerke verkauft wird.
Hinterhöfe